Die Dorfkirche soll verkauft werden

Die Alte Kirche soll an die Armenier verkauft werden.

Der Kirchengemeinderat hat im September 2016 den Beschluss gefasst, Verkaufsverhandlungen mit der Armenische Gemeinde Baden-Württemberg e. V. aufzunehmen. Das bedeutet, die Dorfkirche bleibt Kirche, ihre Renovierung und Unterhaltung soll aber an die Gemeinde übergehen, die sie seit über 30 Jahren nutzt.

Der lange Weg zu diesem Beschluss soll hier kurz nachgezeichnet werden.

Nachdem ein Verkauf an die Armenische Gemeinde im Kirchengemeinderat schon seit längerem diskutiert worden war, wurde die Verkaufsabsicht im Jahr 2011 im Gemeindebrief veröffentlicht. Es gab damals nur wenige Reaktionen auf den Artikel.

2012 hat die Kirchengemeinde der Armenischen Gemeinde Grundstück und Gebäude angeboten, das Angebot wurde damals abgelehnt. Bei einem Gespräch beim Oberkirchenrat der Württembergischen Landeskirche wurde daraufhin eine Vereinbarung mit der Stadt Göppingen favorisiert. Allerdings hat die Stadt signalisiert, dass sie nach Jebenhausen keine weitere Kirche kaufen wird.

2013 ging der Kirchengemeinderat dann an die Öffentlichkeit. In einem Gemeindeabend wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert. In einem zweiten Treffen wurde versucht, die Möglichkeiten zu konkretisieren. Angedacht waren unter anderem: die Nutzung der Kirche als Seminarraum, als Konzertraum, als Hochzeitskirche, als Treffpunkt in der Art eines offenen Cafés. Besonders attraktiv erschien damals die Idee, verschiedene Nutzungen zu verbinden.

Die Kirchengemeinde ist diesen einzelnen Strängen nachgegangen und hat Gespräche mit möglichen Interessenten oder Initiationen geführt. Das Ergebnis war leider ernüchternd: Bei all diesen Formen kämen zu der dringend notwendigen Außenrenovierung noch eine umfangreiche Innenrenovierung, die den Aufwand erheblich in die Höhe schrauben würde. Außerdem sind die baulichen Möglichkeiten aus Gründen des Denkmalschutzes sehr eingeschränkt.

Die Stadt Göppingen hat in der Zwischenzeit deutlich gemacht, dass nur in begrenztem Maße öffentliche Mittel zu erwarten wären. Der Kirchenbezirk Göppingen wies darauf hin, dass es von Seiten der Kirche keinerlei Zuschüsse geben wird. Ein Antrag auf Renovierung der Kirche wurde abgelehnt und stattdessen eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen.

Mit diesen Informationen im Hintergrund ging die Kirchengemeinde noch einmal auf die Stadt Göppingen und die Armenische Gemeinde zu. Auch die Möglichkeit einer gewerblichen Nutzung wurde in diesem Zusammenhang geprüft.

Die Armenische Gemeinde hat deutlich gemacht, dass sie langfristig in Bartenbach bleiben will – die Bartenbacher Heilig-Kreuz-Kirche war vor über dreißig Jahren die erste Kirche der Armenier in Deutschland. Daraus ist eine starke emotionale Bindung entstanden, die im Jahr 2015 durch die Aufstellung eines Kreuzsteines vor der Kirche unterstrichen wurde.

So kristallisierte sich nach und nach der Verkauf an die Armenische Gemeinde als machbarer und sinnvoller Weg heraus.

Mit dem Verkauf ist der Weg für eine grundlegende Sanierung der Kirche frei. Es ist im Interesse der Armenischen Gemeinde, die Kirche möglichst rasch außen und innen ansprechend zu gestalten. Bei der Gemeindeversammlung am 13. November 2013 wurde der Wunsch geäußert, dass die Kirche kein verschlossener Raum bleiben soll, vielmehr sollte sie mehr in das Dorfleben integriert werden.

Konzerte und Lesungen sollten stattfinden können, bei bestimmten Anlässen sollte sie öffentlich zugänglich sein. Das ist ein Anliegen, dem sich die Armenische Gemeinde nicht verschließt. Dabei sind wir alle in der Pflicht, die Beziehung zu der Armenischen Gemeinde so zu gestalten, dass daraus ein gutes ökumenisches Miteinander werden kann.

 

 

Die alte Kirche in der Ortsmitte von Bartenbach

Die Alte Evangelische Dorfkirche in der Ortsmitte von Bartenbach

Alte Kirche

Die Dorfkirche wird seit 1974 nicht mehr von der Evangelischen Kirchengemeinde genutzt, seit 1983 ist sie an die Armenische Gemeinde vermietet. Aus Anlass der anstehenden Außenrenovierungen macht sie die Kirchengemeinde grundsätzliche Gedanken über die Nutzung der Dorfkirche. Es besteht der Wunsch, die Kirche am neu gestalteten Dorfplatz auch wieder für die Bartenbacher nutzbar zu machen. Dafür müssen vielfältige Interessen beachtet und Finanzierungsmöglichkeiten ausgelotet werden.

Eine Kirche mit vier Namen

Die Kirche in Bartenbach ist etwas Besonderes. Das merkt man schon daran, dass sie vier Namen hat. Der erste Name erinnert an einen Heiligen und damit an die vorreformatorischen Wurzeln der Kirche: Otmarskirche. Innerevangelisch sprechen wir von der Alten Kirche, um sie klar vom Gemeindezentrum abzusetzen. Für die Bartenbacher ist sie schlicht die Dorfkirche und von der Armenischen Gemeinde wird sie als Heilig-Kreuz-Kirche genutzt.

Mindestens drei der vier Namen lassen sich optisch am Kirchengebäude verifizieren: Der Begriff „Alte Kirche“ drängt sich förmlich auf, wenn man die Kirche von außen sieht: Sie sieht alt aus und bräuchte dringend einen neuen Anstrich. Wer den Kirchenraum betritt wird noch die Ausrichtung und Aufteilung einer klassischen württembergischen Dorfkirche aus der Mitte des 18. Jahrhunderts entdecken. Ausgestaltet ist die Kirche schließlich  nach den Bedürfnissen eines armenischen Gottesdienstes.

Überlegungen zur Alten Kirche (Stand Februar 2015)

Die Dorfkirche in Bartenbach - Standortbestimmung des Kirchengemeinderates

 

Nachdem der Dorfplatz bald fertig ist will ich Sie über den Stand der Überlegungen zur alten Kirche informieren. Zunächst will ich kurz die Fakten in Erinnerung rufen: Die Kirche muss in nächster Zeit außen saniert werden. Dach, Seitenwände, Sockel und Türen weisen teils gravierende Schäden auf. Die Architektin des Oberkirchenrates in Stuttgart hat die Kosten auf 250 000 € geschätzt. Mit diesem Geld könnte die Kirche so renoviert werden, dass in den nächsten 25 Jahren keine größeren Maßnahmen mehr zu erwarten sind. Natürlich könnte man sich auch auf das absolut Notwendige beschränken, dann ist aber die Gefahr, dass wir immer wieder kleinere Maßnahmen durchführen müssen, was am Ende nicht günstiger kommen muss. Der Kirchengemeinderat hat bisher einen Abriss ausgeschlossen, kann sich aber einen Verkauf oder eine Umnutzung der Kirche sehr wohl vorstellen.

 

Im Februar 2014 haben wir einen Gemeindeabend veranstaltet, an dem wir Ideen zur Zukunft der Dorfkirche gesammelt haben. Die Ideen haben wir zu drei Richtungen gebündelt und weiter verfolgt.

1.) Eine kirchliche Nutzung:

Die bisherige Mieterin ist die Armenische Gemeinde Baden Württemberg. Ihr Pfarrer, Dr. Diradur Sardaryan, hat deutlich gemacht, dass die Armenische Kirche den Standort Bartenbach nicht aufgeben will. Er kann sich auch eine Nutzung gemeinsam mit anderen Gemeinden vorstellen. Auch könnten vermehrt Konzerte stattfinden.

2.) Ein Raum der Kultur und Begegnung

Der Wunsch der meisten Teilnehmer des Gemeindeabends war ein vielfältig nutzbarer Innenraum. Dazu müsste der Kirchenraum weitgehend leer geräumt werden, ein Anbau müsste Sanitäranlagen, Küche, Stuhl- und Tischlager fassen. Zu der Außenrenovierung käme also eine komplette Innenrenovierung. Wir haben in dieser Sache mehrere Möglichkeiten durchgespielt und sind sehr schnell an Grenzen gekommen. Die Stadt Göppingen hat uns signalisiert, dass ein Anbau aus Denkmalschutzgründen nicht genehmigt werden wird. Außerdem müsste ein Bündel von Auflagen beachtet werden, die das Anliegen komplex und teuer machen. Die erheblichen Mehrkosten, die eine zusätzliche Innenrenovierung mit sich bringen würden, könnten nur ansatzweise durch mehr Zuschüsse aufgefangen werden.

Bei genauerem Blick auf eine kulturelle Nutzung hat sich keine Variante als erfolgversprechend und finanzierbar erwiesen. Es bleibt ja nicht bei den Renovierungskosten, laufende Kosten für Hausmeister, Reinigung und die sonstigen Nebenkosten müssten umgelegt werden.

3.) Verkauf der Kirche

Schließlich haben wir die Spur verfolgt, die Kirche an einen Investor zu veräußern mit dem Ziel, das Gebäude für Wohnungen zu nutzen. Inzwischen hat sich allerdings herausgestellt, dass ein Umbau in Wohnungen nicht wirtschaftlich durchführbar ist.

 

Der nächsten Schritt: Prüfung der Möglichkeiten für eine Renovierung

Es ist also eine ernüchternde Bilanz, die wir als Kirchengemeinderat in den letzten Monaten zu ziehen hatten. Eine große Veränderung der jetzigen Situation ist nicht in Sicht. Wir gehen also momentan davon aus, dass die Kirche weiterhin von der Armenischen Gemeinde genutzt wird und die Kirchengemeinde nun die Möglichkeiten zur Finanzierung einer Außenrenovierung prüfen muss. Es werden in den kommenden Monaten konkrete Anfragen an den Kirchenbezirk, die Stadt Göppingen und die Armenische Gemeinde zu richten sein. Ob sich dadurch eine Türe öffnet, oder ob sich gar ein realistisches Konzept herzauskristallisiert, wird sich zeigen.

Bleibt mir an dieser Stelle Danke zu sagen all denen, die sich in den vergangenen Monaten in diesen Prozess mit eingebracht haben.

Für die Kirchengemeinde

Gerhard Steinbach